Projekte und Wurzeln
Projekte und Wurzeln von Generation Repair
Generation Repair ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern aus konkreten Projekten rund um Reparatur, Upcycling und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Ideen dieses Wikis sind im RessourcenZentrum Oldenburg, in den Werkstätten der Arbeitsgruppe Technische Bildung, Kursräumen und in Repair Cafés gewachsen – zusammen mit vielen Menschen, die Reparieren und die selbstverständliche Bedienung des eigenen Handwerks als Teil einer anderen, nachhaltigeren Alltagskultur verstehen.
Lernort Reparatur – Gemeinsames Projekt in Oldenburg
Reparaturkultur sollte nicht nur unter den Menschen bleiben, die diese sowieso schon als Teil ihrer Lebenswelt betrachten. Reparieren ist für die jüngeren Generationen schließlich sehr von Vorteil: Es schont Klima und Geldbeutel, während es Resilienz und Ausgleich schafft. In diesem vom ReparaturRat Oldenburg e.V. erdachten Projekt, werden unterschiedliche Kursangebote rund um Reparatur für junge Menschen entwickelt und erprobt.
Ziele des Projekts sind unter anderem:
- nachhaltigen Konsum und den sorgsamen Umgang mit Ressourcen durch Nutzungsdauerverlängerung zu fördern,
- Jugendliche an handwerkliches Arbeiten heranzuführen und berufliche Perspektiven im Handwerk sichtbar zu machen,
- generationenübergreifende Lernorte zu schaffen, an denen Reparaturkultur praktisch erlebbar wird.
Gefördert wurde der Lernort Reparatur u.a. von der Metropolregion Nordwest und der Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg.
ReparierBar und KinderReparierBar
Zur Praxis gehören auch Reparaturangebote an der Universität und in der Stadt:
- Die „ReparierBar“ an der Universität Oldenburg ist ein monatlich stattfindendes Repair Café für Studierende. Dort werden Kleidung, Fahrräder, Elektrogeräte, Computer, Handys und vieles mehr gemeinsam repariert.
- Eine „Kinder ReparierBar“ bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, früh Erfahrungen mit Reparatur, Upcycling und Nutzungsdauerverlängerung zu sammeln.
Diese Angebote verbinden studentische Initiativen, ehrenamtliche Reparateur:innen, technische Bildung und außerschulische Lernorte. Sie zeigen, wie vielfältig Reparaturkontexte sein können, denn nicht nur Reparatur hat dort seinen Patz: Reparatur wird als kulturelle Praxis erlebt und mit anderen kulturellen Errungenschaften verbunden: Es gibt Livemusik, Poetryslam, Vorträge über neue Technologien und ganz nebenbei wird über die Welt und das Anthropozän gesprochen.
RessourcenZentrum und ReparaturRat
Ein weiterer Baustein ist das RessourcenZentrum Oldenburg. Dort werden Reparaturdienstleistungen, ein Reparaturlernort, Coworking und ein Gebrauchtwaren- und Tauschladen miteinander verbunden. Der ReparaturRat Oldenburg e.V. initiiert und unterstützt Aktivitäten, die zur ressourcenschonenden Nutzungsdauerverlängerung materieller Güter beitragen und ist gleichzeitig Zentrum des Netzwerkes, welches rund um den Lernort entstanden ist.
Diese Infrastruktur bildet einen wichtigen Hintergrund für Generation Repair:
- Sie zeigt, wie Reparatur in einer Stadt strukturell verankert werden kann.
- Sie bietet reale Orte, an denen Konzepte getestet und weiterentwickelt werden.
Generation Repair greift diese Erfahrungen auf, macht sie sichtbar und entwickelt daraus Werkzeuge und Ideen für neue Lernorte der Reparatur, die sich an unterschiedliche Kontexte anpassen und an vielen Orten umsetzen lassen.
Quellen und weiterführende Literatur
- Grensemann, O. (2024): Lernort Reparatur. Bachelorarbeit im Fach Technikunterricht, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
- ReparaturRat Oldenburg e.V.: Projektseiten und Informationen zu „Lernort Reparatur“, „ReparierBar“ und RessourcenZentrum Oldenburg. (Abrufbar über die Website des ReparaturRat Oldenburg.)
- Baier, A.; Hansing, T.; u.a. (2016): Die Welt reparieren. Open Source und Selbermachen als Modelle einer kulturellen und ökonomischen Erneuerung. transcript Verlag.
- BMBF (2017): Nationaler Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung.
- Tagungsband „Reparatur in der Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (retibne), Universität Oldenburg.