Sicherheitsregeln
Sicherheitsregeln für Reparatur-Workshops
Grundregeln, die je nach Werkstattbereich mit den Teilnehmenden abgesprochen werden müssen.
Sicherheit geht vor Tempo
Wenn wir unsicher sind, fragen wir nach – lieber einmal zu viel als zu wenig.
Wir reparieren gemeinsam.
- Niemand arbeitet allein an sicherheitskritischen Aufgaben.
Wir kennen unsere Grenzen.
- Manche Reparaturen sind für diesen Ort und diese Gruppe nicht geeignet.
Elektrogeräte & Strom: Klare Regeln
Sicher:
- Wackelkontakte checken
- Stecker tauschen
- Verlängerungskabel prüfen
- Locker sitzende Teile richten
Mit fachkundiger Begleitung:
- Offene 230-V-Leitungen
- Innenleben von Geräten mit Stromversorgung
Nicht bei uns:
- Gas, Hochdruck, sicherheitsrelevante Fahrzeugteile (echte Bremsreparaturen, Lenkung)
Regel 1: Stromfrei ist sicher
- Geräte grundsätzlich vom Strom trennen, bevor sie geöffnet werden.
- Stecker ziehen, nicht nur abschalten.
- Nach dem Stromtrennen 1–2 Minuten warten (Kondensatoren können sich entladen).
Regel 2: Phasenprüfer und Multimeter verwenden
- Bevor wir an etwas Unbekanntem arbeiten, testen wir: Ist noch Spannung drauf?
- Das kann man hier lernen.
Regel 3: Wir reparieren sichtbare Teile
- Kabel, Stecker, Schalter, sichtbare Kontakte.
- Nicht: Platinen, innere Elektronik, nicht offensichtliche Kurzschlüsse.
Regel 4: Fachkundige sind dabei
- Bei offenen Leitungen oder 230 V muss ein Erwachsener mit technischem Hintergrund anwesend sein.
- Das ist nicht optional, das ist Sicherheit.
Handwerk: Werkzeuge sicher nutzen
Regel 5: Richtige Werkzeuge für jede Aufgabe
- Schraubendreher, nicht Messer.
- Zange, nicht Hammer.
- Die richtige Größe ist wichtig – sonst beschädigen wir das Werkzeug oder die Schraube.
Regel 6: Hände korrekt positionieren
- Beim Hämmern, Schieben, Biegen: So halten, dass die Kraft von uns weg geht, nicht in unsere Hand.
- Finger hinter der Zange, nicht vor der Schere.
Regel 7: Mit Feuer, Lösungsmitteln und Chemie?
- Heißkleber, Lötzinn: Mit Begleitung und gutem Lüften.
- Benzin, Aceton, aggressive Reiniger: Nur mit Handschuhen, gutem Lüften und viel Achtsamkeit.
- Rauchen in der Werkstatt: nicht.
Fahrradreparatur
Regel 8: Bremsen und Lenkung
- Bremsen nachstellen (Bowdenzüge, Felgenbremse) – ja, das machen wir.
- Bremsen reparieren (neue Beläge, Bremsflüssigkeit) – nur mit Erfahrung und Begleitung.
- Lenkung prüfen: einfach. Verändern: mit Fachkunde.
Regel 9: Kettenwartung
- Kette ölen, reinigen – sehr sicher.
- Kette wechseln – möglich, aber Finger können eingeklemmt werden. Vorsicht!
Regel 10: Prüfpunkte vor Testfahrt
- Bremsen funktionieren?
- Licht funktioniert (falls vorhanden)?
- Lenkung geht leicht?
- Keine losen Teile?
- Erst dann: Testfahrt (ruhig, kurz, bekannte Strecke).
Textilreparatur
Regel 11: Das ist niedrigschwellig
- Nähen ist sicher.
- Scharfe Nadeln: nicht verschlucken, nicht in den Finger stechen.
- Faden nicht beißen – abschneiden.
Allgemeine Werkstatt-Regeln
Regel 12: Ordnung und Übersicht
- Werkzeuge liegen nicht auf dem Boden herum.
- Kabel sind kein Hindernis.
- Wir haben ein System: Wo gehört das Werkzeug hin? Alle wissen es.
Regel 13: Erste Hilfe
- Erste-Hilfe-Kasten steht sichtbar.
- Kleine Schnitte, Prellungen, Verbrennungen gehören dokumentiert.
- Größere Verletzungen: sofort einen Erwachsenen informieren.
Regel 14: Rollen und Verantwortung
- Schüler:innen: Arbeiten in Teams, fragen nach, probieren aus, dokumentieren Ergebnisse.
- Ehrenamtliche/Fachpersonen: Sind präsent, beobachten, helfen bei sicherheitskritischen Aufgaben, klären Regeln.
- Lehrkraft/Leitung: Verantwortung für Gesamtsicherheit, Versicherung, Eskalationen.
Was wir nicht reparieren
- Hochdruckgeräte (Druckreiniger, Kompressoren): zu gefährlich, keine Ausbildung.
- Schweißarbeiten oder Löten ohne Erfahrung: Verbrennungsgefahr, Rauchgasentwicklung.
- Geräte mit internen Batterien oder Akkus ohne sichere Ausstiegspläne: Lithium-Ionen-Brände sind unkontrollierbar.
- Fahrzeuge (Motor, Getriebe, Bremsanlage): zu komplex, zu riskant, braucht Fachwerkstatt.
Tipp: Unsicherheit ist ein Signal
Wenn etwas sich nicht sicher anfühlt, ist es nicht sicher.
- Pause machen.
- Mit einem Erwachsenen klären.
- Im Zweifelsfall: nicht machen.
- Das ist kein Versagen, das ist Fachkompetenz.
Checkliste vor dem Workshop
- Erste-Hilfe-Kasten sichtbar und gefüllt?
- Werkzeuge sauber und funktionsfähig?
- Kabel und Verlängerungen ok?
- Fachperson vor Ort?
- Alle kennen die Regeln?
- Versicherung geklärt (Schule, Initiative, Verband)?
Reparatur lehrt uns: Mit Achtsamkeit, Fragen und Grenzen können wir viel erreichen.